Die Reise kann beginnen (Tag 1+2)

Es ist Heiligabend 4:30 Uhr morgens der Wecker klingelt, voller Vorfreude auf die anstehende Reise konnte ich kaum schlafen und bin von alleine schon um 3:45 Uhr wach geworden.

Schnell aufstehen, duschen, anziehen und Kaffee kochen – ohne den geht gar nichts, schon gar nicht um diese Uhrzeit. Mein Vater schläft noch, ich möchte ihn nicht wecken denke ich mir wir haben ja noch Zeit, schließlich fährt mein Bus nach Düsseldorf erst um 6:45 Uhr.

Leere Straßen

Um 6:00 Uhr nachdem ich mich von meiner Mutter und meiner – sich im Halbschlaf befindlichen – Schwester verabschiedet hatte, fuhr mein Vater mich dann schließlich zur Fernbushaltestelle am Frankfurter Hauptbahnhof, wo mein Bus schon auf mich wartete. Ich wollte nicht alleine fahren weil sich um die Uhrzeit allerlei Gesindel dort herumtreibt und ich schon sehr schlechte Erfahrungen dort machen musste.

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Schnell verabschiedete ich mich von meinem Vater und huschte durch die hintere Tür in den Bus um einen der begehrten hinteren Plätze zu ergattern. Allerdings saßen neben mir drei ziemlich seltsame Gestalten die ich aber dank meiner neuen Noise Cancelling Kopfhörer wunderbar ignorieren konnte. Die Kopfhörer waren auch bei meinen beiden Flügen sehr hilfreich, dazu aber später mehr.

Die Straßen waren wie leer gefegt so etwas habe ich auf dieser Strecke wirklich noch nie erlebt, wir kamen zum Glück pünktlich an und ich machte mich sofort auf dem Weg zum Flughafen, das war genau richtig wie sich später herausstellte, denn es gab nur einen einzigen Check-in/Gepäckaufgabeschalter. Nachdem ich im Mc Donalds gefrühstückt hatte (ich liebe Frühstück bei Mc Donalds) begab ich mich zum besagten einzigen Schalter um mein Gepäck abzugeben. Die Schlange schien endlos zu sein und ich schwor mir nie wieder mit einer sogenannten „Billigairline“ zu fliegen, denn was nach der Gepäckabgabe und anschließender Sicherheitskontrolle folgte war ein Graus.

Air Baltic das ist eine Airline die noch in der Zeit des Kalten Krieges lebt, möchte man meinen wenn man sich deren Flugzeuge mal so ansieht. Diese alten Propellermaschinen mit ihren ungemütlichen und engen Sitzen die höchstens einem Kleinkind Beinfreiheit bieten können, sind so dermaßen laut im Innenraum dass ich mich ernsthaft fragen musste wieso die Flugbegleiterinnen keine Hörgeräte tragen. Und hier kommen die vorhin angesprochenen Kopfhörer zum Einsatz. Ich hörte nämlich – auch ohne Musik dank der Noise Cancelling Funktion absolut nichts – und das war wundervoll.
Das es bei den meisten Airlines noch nicht mal mehr ein gratis Glas Wasser auf dem Flug gibt weiß ich seit meinem letzten Flug nach Rhodos mit Tui Fly nur zu gut.

Da ich mich aber vorher darüber informiert habe wie die Damen und Herren bei Air Baltic das handhaben habe ich am Flughafen vorgesorgt und mir eine 0,5l Wasserflasche besorgt. Die kostete zwar auch stolze 3,60€ aber ich mache diesen Sparwahnsinn der Airlines nicht mit – schon aus Prinzip nicht!

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Vielleicht noch ein Wort zum Flughafen in Riga, es ist der beste Umsteigeflughafen den ich je gesehen habe. Sehr kurze Laufwege, super Beschilderung und sehr kurze Wartezeiten. Dafür ein Daumen hoch.

Dann hieß es rein ins zweite Flugzeug von Riga nach Helsinki und nach weiteren 55 Minuten Flug war ich endlich an meinem Ziel angekommen. Es war nun 19:55 Uhr und ich war wohlgemerkt erst am Flughafen, ich musste ja irgendwie noch zu meinem Hotel kommen.

Das erwies sich als nicht so einfach weil der ÖPNV in Finnland wie mir der Taxifahrer später erzählte an Heiligabend überhaupt nicht in Betrieb ist. Man stelle sich das mal in Deutschland vor was für ein Aufschrei das geben würde.

Leichter gesagt als getan

Nun gut ich also raus aus dem Flughafengebäude und zum Taxistand. Dort angekommen traute ich meinen Augen nicht eine lange Schlange von wartenden Passagieren aus der letzten Maschine wartete hier auf ein Taxi aber es war weit und breit kein’s zu sehen.

Erst nach und nach kamen vereinzelt Taxen an die, die wartenden Menschen einsammelten. Ich wartete eine ganze Stunde bis ich endlich an die Reihe kam. Die Fahrt dauerte auch nochmal knapp 30 Minuten bei der ich mich ganz angeregt mit dem Taxifahrer unterhielt der ein echt tolles und klares Englisch sprach.
Ich wurde aber das Gefühl nicht los das er mich kreuz und quer durch die Stadt fuhr um ein paar Euro mehr zu verdienen (ja die finnische Währung ist der Euro). Sei’s drum ich war extrem froh als ich endlich in meinem Hotel ankam und in mein Zimmer einchecken konnte. Ich hatte sogar noch Glück und bekam noch was vom Weihnachtsbüffet und musste nicht hungrig zu Bett.

Finnlands lustiges „Alkoholgesetz“

Später am Abend ging ich noch einmal runter zur Rezeption um nach einem Flaschenöffner zu fragen, die Antwort des Herren an der Rezeption wieso es auf den Zimmern selbige nicht gibt hat mich zum schmunzeln gebracht. Und zwar ist das aufgrund des neuen Alkoholgesetzes in Finnland verboten da die Gäste so mitgebrachte alkoholische Getränke auf den Zimmern konsumieren könnten. Ich glaube entweder hat er mich auf den Arm genommen oder dieses Gesetz gibt es tatsächlich und es ist somit genau der selbe Schwachsinn wie die Flüssigkeitenbeschränkung am Flughafen – sprich alles nur Geldmacherei, da ein Bier im Hotel mehr kostet als im Supermarkt genauso wie eine Flasche Wasser am Flughafen das doppelte kostet wie anderswo.

Am nächsten Morgen konnte ich kaum aufstehen obwohl ich zeitig ins Bett gegangen bin, ich will nicht sagen das es der Jetlag war 😉 (Finnland ist eine Stunde weiter als der Rest Europas) aber nach zwei Tassen Kaffee und einem leckeren Frühstück war die Welt wieder in Ordnung.

Wenig sehenswertes

Schnell noch Wäsche gewaschen meinen ganzen Kram aus dem Backpack rausgeräumt damit ich ein bisschen Ordnung schaffe und ab zur Sightseeingtour. Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen und Euch auf mein Instagramprofil aufmerksam machen. Dort könnt Ihr ab sofort alle themenrelevanten Fotos begutachten – ich freue mich über jeden weiteren Follower.

Vom Sightseeing war ich etwas enttäuscht. Helsinki hat viele schöne Kirchen – ja! Aber das interessiert mich überhaupt nicht. Weshalb ich mich dann auf dem Weg gemacht habe um eine alte Festung zu besichtigen welche mich ebenfalls nicht wirklich angesprochen hat, obwohl ich ein Historienfan bin.

Eine Fahrkarte für alles

Nach ca. 5 Std die ich draußen bei Kälte verbracht hatte ging ich wieder zurück ins Hotel um mich aufzuwärmen, in der Zwischenzeit fing es an zu regnen und weitere Ausflüge fielen buchstäblich ins Wasser.

Die Fähren die die einzelnen Inseln verbinden gehören hier alle zum ÖPNV und können mit einer Fahrkarte für Bus und Bahn ganz normal genutzt werden (fast hätte ich nämlich doppelt bezahlt).

Morgen geht es zu einem Kurztrip nach Talinn und danach mit dem Nachtzug nach Rovaniemi – das wird kalt! Aber wie sagt man so schön – es gibt kein zu kaltes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.

Ihr könnt mir ja mal in die Kommentare schreiben von welcher Stadt ihr am meisten enttäuscht wart, würde mich mal interessieren.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen an dieser Stelle frohe Weihnachten und eine ruhiges und besinnliches Fest. Ich grüße den Weihnachtsmann von Euch.

Euer Amar

1 Kommentar zu „Die Reise kann beginnen (Tag 1+2)

  1. Super Blogeintrag!

    Freue mich weitere Einträge lesen zu können.

    Gefällt mir

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