Jetzt geht es richtig los (Teil 2)

Gestern Abend hatte ich Euch ja versprochen das heute die Fortsetzung meiner gestrigen Tageszusammenfassung kommt. Und hier ist Sie.

Viele nette Menschen

Wie schon erwähnt war mir meine Sitznachbarin nicht ganz koscher, zumal sie auch nur finnisch sprach und ich mich nicht mit ihr verständigen konnte. Aber dieses Problem hatte nicht nur ich sondern auch die junge Mutter die hinter mir saß – eine sehr interessante Frau, sie Ihr Mann und ihre zwei Kids kommen aus Brasilien und leben auch dort und machen sehr oft Urlaub in (für sie) weit entfernte Länder.

Während wir alle versuchen während der Wintermonate der Kälte zu entfliehen „flieht“ diese Familie vor der Sonne in den Schnee. Rechts von uns saß ein junger Mann (so in meinem Alter) mit dem ich mich super verstanden habe, wir haben uns weil man – wegen dem grellen Licht – im Zug nicht schlafen konnte die ganze Zeit angeregt unterhalten, gelacht und wirklich viel Spaß gehabt. Insgesamt hatte ich ca. 4 Stunden Schlaf aber mit den richtigen Leuten merkt man das gar nicht.

Meine neue Freundin auf Zeit erklärte mir kurz darauf das die Dame neben mir eigentlich auf ihrem Platz saß sie ihr das aber nicht begreiflich machen konnte da sie ja kein Englisch sprach sondern nur finnisch, da kam unser junger Heimattourist ins Spiel, ich bat ihn der Dame begreiflich zu machen das sie auf dem falschen Platz ja sogar im falschen Waggon sitzt und sich doch bitte umsetzen sollte. Gesagt getan, die Dame und ihre Gefolgschaft setzten sich um und ich hatte nun zwei Sitze zum ausstrecken und schlafen ganz für mich alleine – die junge Mutter war uns beiden nämlich so dankbar dass Sie mir und dem jungen Mann ihre Plätze überließ und sich mit ihren Kindern und Ihrem Mann auf andere freie Sitze verteilte.

So ließ sich dich Fahrt trotz Schlaflosigkeit extrem gut aushalten.

2 Stunden Verspätung (DB lässt grüßen)

Wir unterhielten uns die ganze Zeit über Gott und die Welt und sie musste ständig wegen mir und dem jungen Finnen lachen, weil wir beide nur Blödsinn machten – dieser erzählte mir das er jedes Jahr zur Winterzeit nach Lappland fährt – er kenne gar nichts anderes. Ihn schien die Kälte auch gar nicht zu stören so dünn wie er angezogen war.

Gegen 4 Uhr bin ich endlich eingeschlafen – und wie das halt oft so ist betraten ausgerechnet in dem Moment einige besoffene Jugendliche den Zug und fingen prompt an rumzugröllen wie die Wikinger. Zum Glück stiegen sie an der nächsten Station auch wieder aus und ich konnte nochmal versuchen einzuschlafen. So gegen 8 Uhr morgens – ich hatte es tatsächlich irgendwie geschafft wieder einzuschlafen, wurde ich durch eine Durchsage geweckt, die Schaffnerin sagte das wir aufgrund eines Lokomotivschadens ca. 40 Minuten in Oulu warten müssten bis diese ausgetauscht würde. Na toll wir waren sowieso schon verspätet und jetzt auch das noch.

Viel zu wenig Zeit 

12:15 Uhr war es als der Zug endlich in Rovaniemi einfuhr 13 Stunden Zugfahrt lagen hinter mir und obwohl ich kaum geschlafen hatte empfand ich keine große Müdigkeit – lag wohl an der tollen Luft hier oben.

cof
Bahnhof in Rovaniemi

In Rovaniemi angekommen merkte ich wie gut es war eine Schneehose gekauft zu haben, es ist wirklich bitterkalt hier oben im Lappland und der Schnee ist an manchen Stellen schon sehr hoch, nichtsdestotrotz sind die Straßen sehr gut geräumt und man kommt sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto sehr gut voran (ich frage mich immer noch ob die Finnen einfach nur gute Winterreifen drauf haben oder einfach nur Lebensmüde sind, so schnell wie sie fahren.) zum Glück hat es nicht geschneit – der Himmel war klar und der Wind wehte so gut wie gar nicht. Meine Stiefel hielten auch dicht – also ging ich zum Bus.

cof
Santa Claus Village

Die Linie 8 verbindet Rovaniemi mit dem Santa Claus Village und da ich jetzt weniger Zeit hatte als geplant entschied ich mich zuerst dahin zu fahren. Dort angekommen erfuhr ich das ich bereits den Polarkreis mit dem Bus überquert habe – schade dachte ich, ich hätte das viel lieber zu Fuß getan, aber sei’s drum.

Die Zeit war eh schon knapp genug, der letzte Bus zurück nach Rovaniemi fuhr um 18 Uhr und ich musste aber schon um 15:30 wieder los sonst würde ich es nicht rechtzeitig nach Kemi schaffen – dazu später mehr.

Aber erstmal wollte ich mir ganz in Ruhe dieses besondere Fleckchen Erde anschauen.

Wunderschöne Farbenspiele

Das Santa Claus Village ist ein wahrer Touristenmagnet. Auch wenn Weihnachten schon vorbei ist – dort ist jeden Tag Weihnachten. Überall laufen Menschen umher, alle Hütten sind voll und man steht überall Schlange egal wo man hin will.

Ich suchte erstmal den Infopoint auf und holte mir ein Zertifikat das ich den Polarkreis überquert habe und einen Passstempel! Beides zusammen für 5,50€ (die Preise hier sind echt der Wahnsinn) nachdem ich mir noch ein paar Infos abgeholt habe gab ich mein Gepäck zur Aufbewahrung ab (für stolze 4€!!) und suchte das nächstgelegenste Restaurant auf um das erste mal in meinem Leben Rentierfleisch zu probieren. Und was soll ich sagen – es schmeckt köstlich!

Nachdem ich mit dem Essen fertig war ist auch schon die Nacht über Lappland hereingebrochen und ich konnte diesen wunderschönen Ort in einem ganz anderen Licht betrachten – im wahrsten Sinne des Wortes!

cof
Santa Claus Village bei Nacht

So etwas schönes habe ich wirklich lange nicht mehr gesehen. Schaut Euch dazu unbedingt die Bilder auf meinem Instagramaccount an. Es ist einfach magisch.

Mit diesen wundervollen Eindrücken und einem weinenden Auge da ich nicht alles ausprobieren konnte fuhr ich wieder zurück nach Rovaniemi und von da aus nach Kemi in meine Unterkunft.

Nie wieder Hostels

Da die Unterkünfte in Rovaniemi zu dieser Jahreszeit rar und extrem teuer sind, entschloss ich mich dazu nochmal eine Stunde Busfahrt (der Zug war schon weg) in Kauf zu nehmen und nach Kemi zu reisen. Dort habe ich über Booking.com ein Einzelzimmer in einem Hostel für nur 45€ buchen können.

mde
Busstation in Kemi

Ich brauchte ewig um es zu finden weil Google Maps bei mir momentan nur noch rumspinnt, ich hatte mich für 19 Uhr angekündigt und kam dann aber doch erst um 19:30 Uhr an. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Google Maps für den wirklich grauenhaften Service derzeit.

Ich halte nicht viel von Hostels und als ich dort endlich ankam fiel mir auch wieder auf wieso. Die Zimmer waren eng und dreckig und die Gemeinschaftsdusche war ein Mekka für Bakterien aller Art, zum Glück blieb ich nur eine Nacht. Am nächsten Morgen sollte es weiter nach Oulu gehen und da bin ich jetzt gerade 🙂 wie es mir hier in Oulu ergangen ist und wohin es danach ging das könnt Ihr morgen lesen.

Bis dann
Euer Amar

 

 

 

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