Nicht schon wieder!!

Oh man, das war ja mal wieder eine Odissey das glaubt Ihr nicht…

Als ich mich das letzte mal zu Wort meldete war ich gerade im Nachtzug nach Trondheim und dachte es wird alles gut, da hatte ich aber die Rechnung ohne das Wetter gemacht.

Was passiert ist? Nun ja! Ich saß – wie schon gesagt im Nachtzug der mich zu meinem ersten von insgesamt zwei Zwischenstopps bringen sollte, auf ungefähr halber Strecke wurde bereits angedeutet das es wohl zu Problemen kommen würde bezüglich des Anschlusszugs von Sundsvall nach Storlien. Alles klar dachte ich mir, mach Dir keine Sorgen das wird alles schon. Ich mich also entspannt zurückgelehnt und die Fahrt genossen. Doch dann ein paar Stunden später (das ist auch wieder so ein Nachtzug der ewig unterwegs ist) kam die befürchtete Durchsage das mein Anschlusszug aufgrund von „schlechtem Wetter“ (was auch immer das in dieser Region bedeutet) gestrichen wurde. Ich war aufgeschmissen, meinen Anschlusszug konnte ich nicht erreichen und somit auch nicht den anderen Anschlusszug nach Trondheim – so ein verdammter Mist dachte ich mir. Achja und um Ersatz wurde sich auch nicht gekümmert, als ich den Schaffner darauf ansprach meinte er einfach nur „tja ist halt so“.

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Gestrichen wegen „schlechtem Wetter“

Mir blieb nichts anderes übrig als meinem Airbnb-Host zu schreiben das ich erst am nächsten Tag kommen werde und sie zu bitten meine Buchung dahingehend anzupassen. Zum Glück war das ohne weiteres möglich, denn eine Stornierung hätte nichts gebracht – mein Geld wäre futsch gewesen.

Ich entschied mich dann kurzerhand dazu meinen Stockholmbesuch vorzuziehen und einfach im Zug sitzen zu bleiben bis zur Endhaltestelle.

Von unterwegs aus habe ich mir dann noch ein Zimmer auf Booking.com reserviert – und zwar in einer Art Hausboot. Das war die coolste Unterkunft die ich je hatte – mit Abstand! Nur ein Glasiglu wäre noch cooler gewesen – ist aber unerschwinglich!

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Schlafen in einer Schiffskajüte – mega geil!

Stockholm an sich, jedenfalls das was ich sehen konnte hat mich nicht besonders umgehauen. Da ich aber zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen werde kann es gut sein das sich meine Meinung ändert. Jeder hat eine zweite Chance verdient 🙂

Abends war ich zwar völlig fertig bin aber trotzdem nochmal raus um etwas zu essen ich fand ein Restaurant welches Elchfleisch servierte aber leider – angeblich – ausgebucht war, wieso angeblich? Nun ja es schien ein etwas feineres Restaurant zu sein und ich war sehr leger gekleidet. Man verwies mich in ein anderes Restaurant was wohl ziemlich die selbe Karte hatte wie dieses und ich lief da hin es waren auch nur ca. 100 Meter.
Und ich hatte Glück, das Restaurant war großartig, klein und überschaubar, wunderschön eingerichtet und die Kellnerin war dazu auch noch sehr hübsch :).

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Megalecker

Hier habe ich wohl den besten Hamburger der Welt und die besten Süßkartoffelpommes die ich je gesehen habe gegessen. Und das alles zu einem hohen aber vertretbarem Preis. am Ende habe ich 450kr (45€ inkl. Trinkgeld) für den Burger mit den Pommes einer Cola und einem Glas Weiswein bezahlt. Gratis dazu gab es sogar zwei große Flaschen stilles Mineralwasser, sozusagen als Service.

Wenn Ihr also mal nach Stockholm kommt, geht unbedingt zu Gaston – meine wirklich wärmste Empfehlung.

Ich wollte einen Verdauungsspaziergang zurück zu meinem Hotel/Boot machen doch aufgrund von Bauarbeiten auf der Strecke und da ich schon ziemlich müde war entschied ich mich dagegen und nahm stattdessen ein Taxi.

Für 1 Kilometer bezahlte ich über 13€ da der Taxifahrer außenrum fahren musste und wir so auf ca. 4 Kilometer kamen, aber sei`s drum. Wir haben uns nett unterhalten und ich konnte ein klein wenig von der Stadt im dunkeln sehen. Ändert trotzdem nichts an der Tatsache das Taxifahren hier fürchterlich teuer ist. Und wenn Du eins vorbestellst wird Dir die Strecke die er bis zum Abholort gefahren ist auch berechnet – eine absolute Frechheit.

Am nächsten Morgen wachte ich extrem früh auf, ich habe am Abend davor meine kompletten Sachen aus dem Rucksack gepackt um ein bisschen umzupacken (mal wieder) und um meine dreckige Wäsche zu waschen – und das musste jetzt alles wieder zurück in den Rucksack. Das ganze hat mich tatsächlich eine Stunde gekostet und danach konnte ich endlich zum Frühstück. Das Büffet war reichhaltig bestückt und guten Kaffee gab es auch. Das wusste ich aber schon, da ich am Vorabend schon von dem Kaffee getrunken hatte – dieser ist nämlich gratis! Und zwar 24 Stunden am Tag.

Ich checkte nach dem Frühstück aus verabschiedete mich und nahm ein Taxi zum Bahnhof – in der Hoffnung diesmal eine durchgehend funktionierende Zugverbindung zu kriegen.

Falscher Bus!?

Der Schnellzug nach Sundsvall – meiner ersten Umsteigestation verließ pünktlich den Bahnhof von Stockholm und wir erreichten den ersten Zwischenhalt nahezu pünktlich.
Doch was dann folgte war eine nahezu endlose Reise gespickt mit lauter Fehlinformationen.

Es fing damit an das wir alle über die Anzeigetafel am Bahnhof von dem Zugausfall und dem darauffolgenden Ersatz durch Busse informiert wurden. So weit so gut – dachte ich. Hatten wir ja schon mal und da lief es ganz gut – tja nur lief es hier alles andere als gut. Vor dem Bahnhofsgebäude kamen einige Busse an die aber anscheinend gar nicht für uns gedacht waren, lediglich ein gelber Bus auf dem nichts geschrieben stand war anscheinend der Ersatzbus doch der Fahrer sagte zu mir in sehr gebrochenem Englisch das er gar nicht nach Storlien (dem nächsten Zwischenhalt) fährt.

Die erste Fehlinformation die mich eine Menge Zeit und Nerven kosten sollte – aber dazu komme ich gleich.

Ich also einen der Locals angesprochen – er wusste aber auch nicht so Recht was da vor sich geht und versuchte das Verkehrsunternehmen telefonisch zu erreichen um herauszufinden wie wir denn nun nach Trondheim kommen – er musste nämlich
zum Glück in die selbe Richtung und so entschlossen wir uns, uns zusammen zu tun.

Er konnte niemanden erreichen und bat daher um einen Rückruf, ich habe währenddessen über den Live Chat auf der Internetseite des Verkehrsunternehmens versucht mit einem Mitarbeiter Kontakt aufzunehmen.

Es dauerte eine ganze Stunde bis ich endlich eine Antwort bekam, in dieser hieß es sinngemäß:

„tut uns Leid für die Unannehmlichkeiten aber wir haben nicht mit so vielen Passagieren gerechnet daher hatten wir auch nur einen Bus bestellt.“

WOW!! Es ist Winter, die Skisaison ist im vollen Gange und die haben nicht mit so vielen Passagieren gerechnet? ERNSTHAFT???

Wir sollten doch bitte den nächsten Zug um 16:37 nehmen in Östersund aussteigen und dann in einen bereitgestellten Bus einsteigen der uns auf direktem Wege nach Trondheim bringen sollte. Wer’s glaubt wird seelig dachte ich mir, und wieso hat uns außerdem niemand informiert? Aber gut lass es uns versuchen sagte ich zu meinem neuen Reisepartner. Mit noch ein paar anderen im Gepäck bestiegen wir diesen Zug in der Hoffnung das jetzt alles so unkompliziert wie möglich abläuft.

Während der Fahrt haben wir uns alle prima amüsiert, wir haben die schlechte Laune einfach weggelacht und das tat richtig gut. Die Zugbegleiterin hielt uns während der gesamten Fahrt auf dem laufenden und so konnten wir so entspannt wie es eben nur ging die Fahrt „genießen“!

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Oh Wunder, der Bus war tatsächlich da

Und weil das alles so aus dem Ruder gelaufen ist, gab es sogar gratis Kaffee an Bord, was mega geil war. Den habe ich wirklich gebraucht.

In Östersund angekommen, erwartete uns tatsächlich ein Bus und er fuhr tatsächlich Richtung Trondheim – ich konnte es kaum fassen. Fix und fertig von dieser ganzen Reise (es war schon 20:00 Uhr als wir in Östersund eintrafen und ich hatte meinem Airbnb-Host mitgeteilt das es extrem spät werden kann, ich sollte mir aber diesbezüglich keinen Kopf machen sie würde mir den Schlüssel an einem sicheren Ort aufbewahren damit ich ohne Probleme reinkomme da sie Nachtschicht hat und gar nicht daheim ist.

Die ganze Fahrt über haben wir im Bus nur Blödsinn gemacht, gelacht und viel Spaß gehabt, also hatte das ganze am Ende auch was gutes. Ich habe echt nette Leute kennengelernt und das ist doch genau das was so eine Reise ausmacht finde ich.

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Meine neuen Buskumpels

In Trondheim angekommen war mein letzter Bus des ÖPNV natürlich schon weg (wie sollte es auch anders sein?) und ich musste ganze 405kr (ca 40€) für ein Taxi latzen. Diese Taxikosten brechen mir echt noch das Genick.

In dem Moment war das für mich aber alles Nebensache für mich, ich freute mich auf mein Bett und eine Mütze voll Schlaf.

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Endlich angekommen

Wenn Du hier in Skandinavien mit dem Zug unterwegs sein willst brauchst du vor allem zwei Sachen: Viel Geduld und viel Verständnis. Auf der anderen Seite sind die Skandinavier aber auch sehr verständnisvoll, schließlich bekam ich mein Geld für die Sitzplatzreservierungen zurück und so etwas könnte man von der DB niemals erwarten – bzw doch aber mit Servicegebührabzug und dem ausfüllen eines ewig langen Antrags.

Danke dafür Skandinavien – Bürokratie braucht wirklich niemand!

Ich bin gespannt wie der Rest der Reise ablaufen wird, ich werde Euch morgen dazu einen weiteren Eintrag liefern und Euch erzählen was ich so in Trondheim gemacht habe und wie ich die Stadt selber erlebt habe.

Bis dann
Euer Amar

1 Kommentar zu „Nicht schon wieder!!

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