Das Tanzverbot – über Sinn und Unsinn eines religiös motivierten Gesetzes

Bis zu meinem 23. Lebensjahr war ich ein exzessiver Partygänger, ich war eigentlich jedes Wochenende auf der Piste und habe wie man so schön sagt die Sau raus gelassen. So konnte ich am besten vom stressigen Schul und späterem Arbeitsalltag abschalten und hatte die Möglichkeit mich mit Leuten zu treffen die ich damals als meine Freunde bezeichnete.

Schon damals habe ich es nicht wirklich nachvollziehen können wieso sich andere daran stören wenn ich mit einigen Leuten um die Häuser ziehe um Spaß zu haben – zumal die Diskotheken in denen ich verkehrte sich außerhalb von irgendwelchen Wohngebieten befanden und niemanden störten.

Ich war 16 Jahre alt als ich das erste mal an einem langen Osterwochenende mit meinem besten Kumpel feiern gehen wollte und wir enttäuscht feststellen mussten dass wir vor verschlossenen Türen standen. Damals – 2003 gab es kein Facebook und das Internet konnte man wirklich noch als #Neuland bezeichnen weswegen wir uns vorher nicht richtig informieren konnten. Es dauerte eine Zeit bis ich verstand was das Tanzverbot zu bedeuten hatte und wie es sich auf meine Freizeitgestaltung auswirkte.

Ich lebe in Hessen, ein liberales Bundesland mit vergleichsweise wenig Feiertagen allerdings wird auch hier – wie überall in Deutschland Karfreitag als sogennanter „stiller Feiertag“ zelebriert. Das heißt im Klartext, nicht nur das alle Geschäfte geschlossen haben nein auch alle Etablissements die mir und anderen Partygängern Freude bereiteten mussten an diesem Tag schließen. Selbst unser zweimal im Jahr stattfindender Jahrmarkt „Dippemess“ in Frankfurt muss an diesem Tag ruhen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Grundgesetz Artikel 4 Absatz 1 und 2

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Laut Grundgesetz – der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, hat also jeder Bundesbürger das Recht auf freie Religionsausübung aber ebenso auch das Recht dies nicht zu tun. Wozu also ein solches Gesetz wie das Tanzverbot? Welches die Freiheit eines jeden Bürgers welcher nicht an Gott glaubt einschränkt.
Die sogenannten Stillen Feiertage, die auch als Stille Tage bezeichnet werden, genießen den besonderen Schutz durch die unterschiedlichen(!) Feiertagsgesetze der deutschen Bundesländer. So ist beispielsweise der Reformationstag nur in Sachsen-Anhalt ein Stiller Feiertag. Die im jeweiligen Feiertagsgesetz geregelten Einschränkungen verbieten beispielsweise themenfremde öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, den Schankbetrieb oder musikalische Darbietungen
Nun könnte man – so wie es einige religiöse Menschen tun (ich hatte dazu schon einige Diskussionen auf Facebook geführt) behaupten dass ein Wochenende an dem man mal nicht feiern gehen kann niemandem schadet und man so auch mal zur Ruhe kommt. Allerdings finde ich bleibt das einem immer noch selber überlassen ob man dies möchte oder nicht, ein Gesetz sollte einen mündigen Bürger nicht bevormunden ein Gesetz ist dafür da seine Bürger vor Unrecht zu schützen und nicht um die Interessen einer Gemeinschaft (in dem Fall der Kirche) zu wahren.
Karfreitag ist nicht der einzige stille Feiertag in der BRD. Nachfolgend seht Ihr eine Liste von stillen Feiertagen.

 

  • Ascherittwoch
  • Gründonnerstag
  • Karfreitag
  • Karsamstag
  • Ostersonntag
  • Palmsonntag
  • Pfingstsonntag
  • Allerheiligen
  • Volkstrauertag
  • Buß und Bettag
  • Totensonntag
  • Heiligabend

Nicht alle Feiertage werden in jedem Bundesland als stille Feiertage behandelt, dazu gibt es verschiedene Regelungen in Bayern z.B sind alle o.g Tage stille Feiertage.

An diesen Tagen dürfen nicht nur keine öffentlichen Musikvorführungen stattfinden – nein es finden sich noch eine Reihe anderer Verbote die schon sehr an Zensur grenzen.

Beispielsweise dürfen bestimmte Filme nicht öffentlich aufgeführt werden wie z.B Heidi, Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt, Das Leben des Brian, Vier Fäuste gegen Rio und viele weitere. Wer eine vollständige Liste der verbotenen Filme sehen möchte kann hier klicken.

Fazit

Ich persönlich, habe mit Religion nicht viel am Hut, verurteile aber niemanden der gerne seine Religion praktizieren möchte, das darf natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings finde ich es höchst bedenklich wenn der Staat sich in dem Falle einschaltet und Gesetze erlässt die die Freiheit von anderen Bürgern einschränkt – wie in diesem Fall das Tanzverbot.

Schreibt mir gerne in die Kommentare was ihr von dem ganzen Thema haltet. Liked den Beitrag wenn er Euch gefallen hat und lasst gerne ein Abo da.
Bis bald
Euer Amar

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